Fashion-Marathon No.1: BRIGHT Nights

12 Jul

Inez.Me

Ordentlich ausgerüstet mit den wichtigsten Presseausweisen haben wir uns mal wieder auf einen dreitägigen Marathon (08.-10.07.2014) für die Sommer-Edition der Fashionweek in Berlin begeben. Drei Tage, drei Messen: Check!

Eigens dafür auserkoren wurden von uns sowohl die Skate- & Streetwear-Messe BRIGHT (No. 19), als auch die internationalen Fashion-Tradeshows PREMIUM und BREAD&BUTTER, die sich alle bewusst rundum über Mode, Musik und Menschen differenzieren. Bei unserem Besuch haben wir diesmal nicht nur versucht herauszufinden, was die einzelnen Messen so verschieden macht, sondern eben auch warum sie so anders sind und was genau nun eigentlich Händler und Konsument dazu beitragen.

Mit WIR meine ich übrigens Inez und mich. Inez besticht als Stylistin besonders durch ihr geschultes Mode-Auge, wohingegen ich eher den ästhetischen Aspekt erfülle und so können wir gemeinsam neue Trends, Klassiker und Avantgarde erforschen und auf die Probe stellen.

Heute stellen wir Teil 1 unseres Fashion-Marathons vor:

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BRIGHT Nights


+ plus

Die BRIGHT begrüßt wie gewohnt mit überraschend außergewöhnlicher Location. Nachdem schon das Stasi-Headquarter und die Alte Münze zu einem unverwechselbaren Glanz der Messe beigetragen haben, kann nun das ehemalige Warenhaus Jansdorf in Berlin-Mitte seit der Winter-Edition (No. 18) mit seinem zeitgenössischen Charme und seiner rustikalen Beschaffenheit die Besucher überzeugen. Vor dem Warenhaus tümmeln sich vielerlei Händler, Künstler und Promoter. So erhalten wir wie jedes Jahr einen bunten “Bright Nights”-Beutel, der mit bereits mit Lageplan, Bright-Veranstaltungen und sämtlichen Gimmicks wie Stickern, Flyern und Magazinen gefüllt ist.

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Auf zwei Etagen erkunden wir nun gewohnte Brands wie VANS, CLEPTOMANICX oder CONVERSE und TRASHER. Von klassischen bis hin zu ausgeflippten Stilen sind diese Brands weiterhin und langzeitig auf der BRIGHT vertreten, was ihnen wie wir sehen, keinen Abbruch in der Nische der Oldschool-Label-Liga tut. Neuen Zulauf dagegen erhalten wir u.a. von IRON FIST oder THFKDLF. Die mit interessanten Eindrücken und netten Gesprächen das Eis brechen und gern auf ein Bier in ihren kleinen Floor einladen.

Einen absoluten Running-Gag hat sich das GETRASH-Label einfallen lassen. Statt Messestand und viel Arbeit in Kauf zu nehmen, haben sie sich mit einem Gymbag als Geschenk zwischen die vielen Brands gemogelt und in die Hände von Besuchern gedrückt. Auch BEAR FACE konnte unsere Aufmerksamkeit mit duftenden Lotions und präzise gezwirbelten Bärten erregen. Wir sind uns in dem Fall durchaus einig: “Pro Bart, ist ja wohl klar!”

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- minus

Besonders auffällig ist der große Trend um ausgeflippte Socken und Rucksäcke, die leider mehr Dorn im Auge, statt nette Printdrucks und hinreißende Streetwear sind. HYPE hat sich seit Anbeginn das Farb-Konzept eines durchgeknallten LSD-Wahns gesetzt und diesen Trend auch primär über Rucksäcke oder Shirts gestreut. Weswegen sich in diesem Floor kaum etwas bemängeln lässt. Der bunte Stofftier-Hai sagt zu einer schillernden Atmosphäre eben auch nicht nein.

Insgesamt ist die BRIGHT ihrer lockeren Willkommens-Attitüde treu geblieben. Von Langeweile lässt sich erst dann reden, wenn das Bier alle ist. Aber das wird wohl so schnell nicht passieren, daher genießen wir weiterhin wie gewohnt Gimmicks, Gespräche und Graffitis.

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Fortsetzung folgt…

 

Aakash Nihalani – Landlines

25 Jun

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Fluoreszierende Farben, welche ursprünglich in der psychedelischen Kunst zu finden sind, gelten als das grundlegende Stilmerkmal des amerikanischen Künstlers Aakash Nihalani, der diese in seinem neuesten Projekt in klaren strukturierten Linien solide umzusetzen weiß.

Der hierzulande kaum bekannte Urban-Künstler hat sich in seiner Nische der individuellen Tape- und plakativen Street-Art in good old Brooklyn längst einen Namen gemacht, da er seine innovative Ideen immer wieder hervorragend an inspirativen Orten verstreut.

An solch einem trüben Tage, brauchen wir mehr Neonfarbe! 

Ob U-Bahn,  Mauer, Gleis oder einfach nur langweilig dreinschauende Gebäude, all solche bekommen mit seinen Motiven ein Gesicht verliehen und erzielen somit  Neugier und Interesse bei dem vorüberziehenden Publikum, welches an diesen meist öden Orten sonst nie aufschauen würde.

Mit “Landlines” eröffnet Nihalani dreidimensionale Perspektiven, indem er öffentlichen Raum mit menschlicher Attitüde durch optisch täuschende Installationen verknüpft.

Btw, hat sich der Künstler ebenfalls ein schönes Gimmick mit dem Besuch seiner Webseite einfallen lassen: Denn kaum betritt man diese, kann man selbst zum Künstler werden.

Ich bin mir sicher, in Zukunft werden wir von Aakash Nihalani in der Disziplin “provokative Dimensionen” noch vieles zu Gesicht bekommen.

 

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Neue visuelle Kunst von DIE ANTWOORD

20 Mai

Der Verstand der begehrten südafrikanischen Band DIE ANTWOORD liegt ja bekanntlich schon lange blank. Dennoch beweisen sie uns immer wieder aufs Neue, dass es noch doller geht. Sagen wir so wie Nachbar Achim uns auf seinem Youtube-Channel beweisen will, dass er eben nicht voll wie zehn Matrosen ist, wenn er auf die Brüstung vom Balkon steigt. Das heute frisch erschienene visuelle Kunstwerk hat es jedenfalls innerhalb weniger Stunden auf 100.000 Klicks geschafft.

Wer nun doller ist, dürft ihr selbst entscheiden:

 

Am 03.06.2014 releasen DIE ANTWOORD ihre neue LP “Donker Mag” und wer gar nicht mehr genug bekommen kann und das durchgeknallte Duo noch nie live erlebt hat, dem sei angeraten sich schon mal Tickets fürs MS Dockville im August zu besorgen und direkt einen Platz vor der Bühne zu sichern, um sich von dieser musikalischen Ausnahme seelisch betäuben zu lassen…

Ich bin jedenfalls da!

Blood Red Shoes

11 Apr

Berlin ist für die beiden aus Brighton stammenden Musiker Laura-Mary Carter und Steve Ansell eigentlich nichts Neues, schon seit Jahren sind sie hier stetig auf Tour. Dafür ist es umso spezieller, dass sie sich ausgerechnet im Kreuzberger Kiez in einem leergefegten Tonstudio einquartiert haben, um ihr selbstbetiteltes Album “Blood Red Shoes” unter Eigenregie zu produzieren. Unweit davon stellten sie dieses gestern endlich in großer Manier im Astra Kulturhaus einem ungeduldigen Publikum vor…

Als Support hatten die Blood Red Shoes ihre Freunde The Wytches mit vor Ort, welche ihre psychedelischen Riffs geübt durch die Halle strömen ließen und die musikhungrigen Menschen dabei in eine Art kafkaesken Zustand versetzten, der den trashigsten Parts aus Quentin Tarantions “From Dusk Till Dawn” hätte entnommen sein können. Es fühlte sich leider ein bisschen wie auf einer Halloween-Party mit Augapfel-Bowle und blutverschmierten Wänden an, war aber dennoch irgendwie treffend.

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Die Blood Red Shoes betraten kurz darauf stillschweigend die Bühne, auf der mehrere Glühbirnen vor einem samtroten Vorhang von der Decke hingen. Die Atmosphäre knistert, als sie sich schließlich an ihre Instrumente setzten und den Opener “Welcome Home” ihrer neuen Platte erklingen ließen. Das Publikum ist schlagartig wach und dreht, springt und wendet sich. Ganz allein zwei Menschen schaffen es in Sekundenschnelle eine von Hunderten gefühlte Halle in ihren Bann zu ziehen und das mag schon was heißen.

Sowohl der Bühnenaufbau und die visuellen Eindrücke, als auch die ungehemmte Art Musik zu präsentieren, tragen dazu bei den Blood Red Shoes ewige Treue zu schwören. Im Gegenzug schenken sie diese nach all den Monaten, die sie in Berlin verbracht haben, auch uns: “Berlin is close to our heart”, schwörte Laura-Mary und knipste nach dem letzten Song “Heartsink” noch einige Fotos mit ihrer Kamera von uns.

Aber so schnell waren sie dann doch nicht weg, schließlich folgten noch drei Zugabe-Songs, bei denen sich Steve Ansell und Laura-Mary auf die Drums stellten und sich restlos dem Rausch der Gefühle hingaben. Und weil das nicht genug ist, wirft sich Steve abschließend noch zum Stage-Diven in das jubelnde Publikum, welches in verliebt durch die Halle zurück auf die Bühne trägt und mit Taschentüchern winkt, als die Glühbirnen dieses Abends vollständig erloschen sind.

Playlist:

  1. Welcome Home 
  2. I Wish I Was Someone Better 
  3. Don’t Ask 
  4. Speech Coma 
  5. Everything All At Once 
  6. It Is Happening Again 
  7. This Is Not for You 
  8. Cigarettes In The Dark 
  9. Cold 
  10. The Perfect Mess 
  11. Say Something, Say Anything 
  12. Black Distractions 
  13. An Animal 
  14. Light It Up 
  15. Heartsink 

Zugabe:

  1. It’s Getting Boring by the Sea 
  2. Red River 
  3. Je Me Perds 

 

 

Fleischlose Kunst

16 Jan

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Seit Beginn dieser Woche dreht sich in der Hauptstadt ungefähr alles um dieses eine Thema – Fashion. Und genau aus dem Grund folgt jetzt kein Artikel über Fashion. Richtig. Aus Protest-Gründen des Tierschutzvereins peta jedoch, der sich eben genau diesem Brennpunkt widmet, indem er die Herstellung von einigen Designs kritisiert, soll an dieser Stelle eine Annäherung an das Thema “Fleischlose Kunst” vorgenommen werden. Die Fotos, die bezüglich des Protestes vor dem Brandenburger Tor von der Presse publiziert wurden, sprechen für sich. Dazu kann und soll sich jeder sein eigenes Bild machen. Ich will an dieser Stelle eher noch die Grundsätze der Protestanten präsentieren und aufzeigen, wie diese immer noch von unserer Gesellschaft dargestellt und immer noch negiert werden.

Die ewige Diskussion

Erst neulich saß ich zusammen mit meinem Chef in der Mittagspause in einer kleinen Pizzeria, die sich aufgrund nächster Nähe und günstiger Angebote für einen schnellen Verzehr anbot und wählte, ohne große Entscheidungsgefälle die Speisekarte zu studieren, die Nummer eins, da sich eben nur diese, als einziges vegetarisches Gericht darauf finden ließ. Mein Chef hingegen arbeitete sich durch die Spalten über Schwein, Rind und Fisch und riet mir unterdessen etwas richtiges zu bestellen, da wir ja schließlich noch einen langen Arbeitstag vor uns hätten. Und da war wieder dieser Moment, dem ich seit geraumer Zeit aus einem automatisiertem Schutzmechanismus heraus versuche zu entfliehen, aber in dem ich dann trotzdem sage: „Ich esse kein Fleisch.“ Denn ab dann verläuft jedes Gespräch darüber, immer wieder gleich.

Die fehlenden Nährstoffe: „Ohne Fleisch fehlt einem doch was“ bekomme ich oft zu hören und werde gefragt, wie ich denn meinen Eisenwert oder Vitaminhaushalt ausgleiche, um meine körperlichen Konditionen bei Laune zu halten. Die Kette kann sicherlich noch unendlich lang weitergeführt werden, aber muss sie das überhaupt, wenn es mir damit gut geht?

  1. Der Trendsetter: „Ich mach da gar nicht erst mit“ ist das kaum zu überhörende zweite Argument, dass gleich dem ersten hinterher geworfen wird. Irgend jemand kam daher, hat “fleischlose Kunst” für gut befunden und nun müssen alle mitziehen und sich an der neuesten Mode ausprobieren, wird behauptet.

Aber geht es überhaupt darum? Der Mensch kann auch ohne Fleisch ganz gut leben und das ist wissenschaftlich bewiesen, da kann der Gedanke mit Jäger und Sammler noch so schön aussehen. Ich weiß, fleischlos hin oder her, ich bin kein besserer Mensch, dennoch kann ich meinen persönlichen Beitrag für eine zukunftsorientierte Umwelt leisten. Das kann jeder andere auch. Sei es durch vegane Produkte wie Seife, Make Up oder Bekleidung, doch anscheinend kennt sich ja fast jeder damit aus, wird behauptet.

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Die weiße Weste 

Schließlich wird dann nach den Missetaten der Menschen gesucht, die sich nur im geringsten darüber äußern, ganz ohne voreingenommen zu sein. Schon allein die Entscheidung des fleischlosen Lebens sorgt oft für Widerspruch, wo sonst keiner kommt. Ich rauche nicht. Okay. Ich trinke nicht. Ach so. Ich dusche gerne nackt. Ähm ja. Warum wird nur diese Entscheidung so dermaßen verkannt, dass sie einem Trend gleich kommt? Warum wird nicht geurteilt, statt zu verurteilen? Warum kann sich nicht jeder, so ernähren wie er will? Mit Fleisch. Oder ohne. Ganz egal. Nur die Toleranz ist hierzulande kaum da.

Während einige sich ein Steak in der Pfanne zubereiten, wird bei anderen die Möhre angebraten. Klingt jetzt wie ein absonderlicher Vergleich, aber das Prinzip ist ganz einfach und es funktioniert. Ich bin satt, glücklich und kann ohne das Stück Fleisch als Zusatz leben. Dennoch wird gerne die Gefühlswelt einer Karotte aufgestellt. Es könnte sie schmerzen, wenn ich in sie beiße. Und auch dieser Gedanke ist möglich. Und wir müssen lernen ihn zu tolerieren. Ohne uns zu derangieren.

 Der globale Vergleich

Es erscheint mir noch nicht mal die Tradition oder Angewohnheit als das grundlegende Problem, sondern vielmehr noch das fehlende Verständnis oder der Wille, sich mit Ernährung bewusst zu befassen. Es gibt genügend Länder, die stets als Beispiel grausamer Tierquälerei dienen und in dem Fluss beziehungsweise Frust der Argumentation vorgeschoben werden, um von unserer Lebensmittelindustrie abzulenken. Daran ist ja auch nichts falsch, so machen es Länder wie Japan mit illegalem Walfang oder China mit illegalem Tiermissbrauch oft genug in den Medien vor. In Deutschland wird da am wenigsten genörgelt, schließlich können wir ja unsere Schuld viel schneller rein waschen, indem wir mal ab und zu ein Bioei im Supermarkt unseres Vertrauens kaufen. Dann ist das Thema abgetan und wir können mit dem Konsum von billigem Hackfleisch weitermachen. Ohne zu pauschalisieren.

Konsum zum Überfluss

Inzwischen leben über 800.000 Veganer und rund 7 Millionen Vegetarier in Deutschland, die Tendenz: kontinuierlich steigend. Und das ist ein Trend, der für unsere Gesellschaft mittlerweile unverzichtbar geworden ist. Obschon sich auf unserer Welt alles bietet, wir auf nichts verzichten müssen und zu dem greifen können, worauf wir Lust haben, schließt sich vielleicht gerade deswegen die Frage nach dem Überfluss an der eigentlich doch so unscheinbaren Debatte nicht aus, denn es ist alles in unserer Konsumgesellschaft mittlerweile zu einer begrenzten Ressource geworden. Auch Tiere.

Eine moderne Gesellschaft wie unsere heutige, hat das bisweilen größte Mitspracherecht in Europa und übt den meisten Einfluss auf globale Geschehen aus. Warum sitze ich also mit meinem Chef in einer Pizzeria und führe nebensächliche Diskussionen darüber, ob es meinem Körperhaushalt an Vitaminen mangelt, wenn sich diese eine Thematik, neben all den anderen, unlängst zu einer fortschreitenden Kulturtheorie des 21. Jahrhunderts formiert hat? Diese Frage stelle ich mir manchmal. Nur so.

Also auch diesen Beitrag, trotz Fashion Week, sollte man kurz wirken lassen, um dann zurück zum Headliner zu kehren: Warum werden Menschen, die in jeglicher Hinsicht auf Fleisch verzichten und sich dem Leben der Tiere widmen, indem sie sich gegen Pelze aussprechen, angegriffen? Vor allem in unmittelbarer Nähe von Modemessen, wo es doch eigentlich ganz besonders um die Nachhaltigkeit von Produkten gehen sollte?

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The extreme life of a sugar glider

7 Nov

Heute packe ich mal Kontrastprogramm aus, da die meisten ja lieber gucken statt lesen. Ja, ich auch! Doch nun Vorsicht, Spoiler: Kurzer Text ohne Sinn. Aber als ich die Entdeckung dieses kleinen fabelhaften Wesens machte, war klar, katimaniac.com braucht ein intravenöses Gemisch aus Buzzfeed, flickr und cheezburger. Und nach intensiver, übernächtigter und visueller Tüftelei ist es nun soweit: Ich präsentiere “Das-niedliche-Tiere-gucken-Dings”. Puh. Und die Story dazu lautet in etwa: Ein ganz normaler Tag aus dem Leben eines Sugar Gliders… und weil es auf englisch noch cooler klingt, nenne ich sie dann doch: The extreme life of a sugar glider. Oder so.

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Künstlerkrieg an der East Side Gallery

22 Okt

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Und wieder steht die East Side Gallery im Fokus des gesellschaftskritischen Geschehens in Berlin. Zurecht! Denn vorgestern startete das Pop-Art-Multi-Künstlertalent Jim Avignon eine Nacht und Nebel Aktion, bei der er sein einstiges Kriegs-Kunstwerk “Doin It Cool For The East Side” zu einem brisanten, fröhlich dreinstrahlenden Baumännchen-Komplex namens “Bild 83″ umgestaltete.

So schnell wie es an die Mauergalerie, die sich von der Oberbaumbrücke zum Ostbahnhof zieht, gesprayt wurde, genauso schnell zog sich die dunkle Gewitterwolke über Avignon auf. Schließlich habe er damit den Denkmalschutz der East Side Gallery verletzt, heißt es. Dafür soll ihm nun eine dickes Bußgeld vom Senat drohen und weil das nicht genug ist, soll er seine “Kunst” wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzen. Ja nee, ist klar!

Avignon hingegen beruft sich auf seine Urheberrechte und stellt sich quer. Denn wie sich jeder vorstellen kann, war und ist Kunst schon immer da gewesen, um zu provozieren oder auf sich aufmerksam zu machen. Und genau diesem Zweck geht sein “denkmalgeschützes” Werk seiner Meinung nicht mehr nach. Viel wichtiger ist es in der Zeit zu leben, omnipräsent zu sein, über die Zukunft hinwegzudenken. Aus diesem Grund hat sich Avignon auch für das “Bild 83″ entschieden. Es kritisiert eben genau jene Gesellschaft und stellt sich der Veränderung, die Berlin logischerweise mit sich bringt.

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“So funktioniert das Gesetz der Straße”

Wie kamen Sie auf die Idee, Ihr Bild an der East Side Gallery zu übermalen?

Jim Avignon: Erst einmal ist das gar nicht mehr mein Bild. Ich habe mein ursprüngliches Bild im Jahr 1991 übermalt. Später wurde es dann von Kunsthochschülern wieder zurückgemalt. Meine emotionale Bindung zu dem Bild ist daher nicht sehr groß. Ich habe schon lange mit dem Gedanken gespielt, das Werk erneut zu übermalen. Und dann kam Arte mit der Idee auf mich zu, einen Flashmob anzuzetteln.

Verstehen Sie die Kritik, die gegen Ihre Aktion geäußert wird?

Wer auf der Straße malt, weiß, dass seine Bilder nicht für die Ewigkeit gemacht sind. Ich habe schon überall auf der Welt gezeichnet, und oft wurden meine Bilder nach einer Zeit von anderen Künstlern übermalt. Das ist okay – so funktioniert das Gesetz der Straße. Es ist reaktionär, einen alten Zustand krampfhaft aufrechtzuerhalten. Deswegen habe ich mich auch von Anfang an nicht an den Renovierungsarbeiten an der East Side Gallery beteiligt.

Was erhoffen Sie sich davon, nun ein neues Bild an der East Side Gallery erschaffen zu haben?

Ich möchte damit gern eine Diskussion anregen – aber niemanden bevormunden. Ich hänge einfach nicht sehr an meinem Bild, das ich mit Anfang 20 erschaffen habe. Ich habe mich als Künstler weiterentwickelt und käme mir albern vor, ein altes Werk noch einmal Strich für Strich nachzuzeichnen. Aber das soll jeder Künstler für sich selbst entscheiden. Es könnte doch eine charmante Idee sein, jedes Jahr die Mauer für Künstler aus aller Welt neu auszuschreiben. So könnte man den sich ständig wandelnden Zeitgeist gut einfangen.

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Quelle Interview: © Berliner Morgenpost 2013
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