Lady Gaga

Ladylike oder komplett Gaga?

Bei dieser Frau scheiden sich die Geister. Einige sehen ein durchgeknalltes wasserstoffblondes It-Girl, das in einer surrealen Welt zwischen Gut und Böse durch traumatisierende Videoszenen springt und erfreuen sich an der künstlichen Schönheit der Musik. Andere sehen den wahr gewordenen Alptraum auf der flimmernden Mattscheibe und befürchten  eine musikalische Geschmacksverirrung der Gesellschaft, die bis ins tiefste Universum greift. Also WOMIT haben wir es zu tun? Vergessen wir uns kurz selbst und tauchen ein in die Welt des Psychogossip.

Der Einspieler bewirkt vermutlich Frankenstein antreffen zu können und lässt diese Antizipation durch die anomale Haltung der Dame im Stuhl auch nicht minder erscheinen. Lady Gaga sitzt darin mit einem undefinierbaren Objekt auf der Nase, welches man casual einfach Brille nennen würde, die den leblosen Blick zwar nur äußerlich erkenntlich macht, aber darauf schließen lässt, dass wir uns im nächsten Moment in eben diesem Blickfeld befinden und es  hautnah miterleben sollen. So fragt man sich im Laufe des neuen Videoclips zu „Bad Romance“ und überhaupt: Ist Lady Gaga nun Fiktion oder Selbstpräsentation? Stefani Joanne Germanotta behauptet von sich selbst, dass sie Lady Gaga persönlich verkörpere. Zu ihren musikalischen Vorbildern zählt sie u.a. Queen. So lässt vermuten sie habe ihren Künstlernamen dem ehemaligen Hit „Radio Gaga“ zu verdanken und sei eigentlich ein Mann, der sich sexuell zu Freddy Mercury hingezogen fühle. Doch genauso schafft sie es eine transparente Wand um sich zu ziehen, denn wir erfahren nie den lebensechten und omnipräsenten Trouble um Lady Gaga wie etwa bei Madonna sondern nähern uns einer Person, die es erst zu definieren und teils zu akzeptieren gilt und die trotz vier Number- One- Hits keine klare Figur in unserer bunten Popsternchenwelt darstellt. Anfangs schrieb sie Texte für die „Pussycat Dolls“, nun begegnen wir ihr im „Bath House of GaGa“ mit porzellanähnlichen Särgen, aus denen Zombies steigen und mit einer „Thriller“- Choreographie dem Michael Jackson- Spleen nacheifern wie böse Zungen behaupten. Doch wenn man genauer hinsieht, trifft man das agierende Ich einer Musikerin, das sich von einer terroristischen und angsterfüllten Umwelt abseilt, dieser aber wiederum genau durch diese Akzente begegnet und dadurch ein radikales Kontrastprogramm schafft. Das haben wir schon bei „Papparazzi“ gesehen als Lady Gaga anfangs von ihrem Loverboy vom Balkon gestürzt wird und schlussendlich nochmal selbst mit der Tablette seines Todes aufwartet. Es ist mehr als Musik von der wir reden. Es ist Kunst. Lady Gaga designt ihre Kostüme größtenteils selbst und stellt in den Videoclips parallel ihre Fashion-Line vor. Durch die untragbaren Eyecatcher- Fummel, der mystischen Persönlichkeit und der faszinierenden Medienpräsenz ist sie längst zu einer Stilikone geworden, die nicht nur Ohrwürmer zu bieten hat sondern als Best- Newcomerin bei den EMA´s erst jüngst wieder einmal ihr Talent unter Beweis stellen durfte.

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