GEGENgerade

«Das gemeinsame Stehen im Stadion ist wie der Besuch einer Predigt. Niemals würde ich mir ein Spiel im Sitzen ansehen!»

1910-2010. Nun feiert dieser besondere Verein sein hundert-jähriges Jubiläum. Genauso besonders wie die Vereinsgeschichte und die der Stadt Hamburg, in der er verwurzelt ist, sind auch die Tradition, das Auftreten und die Ausstrahlung des Clubs.

Das Underdog-Image ist jedoch keine Erfindung der Marketingabteilung, es speist sich tatsächlich aus der progressiven, freiheitsliebenden Grundeinstellung der Fans – und aus deren Herkunft: Viele von ihnen stammen aus dem Stadtteil und prägen selbst diesen Ruf. Wie kein anderer Sportverein schafft es der FC St. Pauli, ein unverwechselbares Lebensgefühl in die Stadien zu übertragen und begeisterte Anhänger weit über den Sport hinaus zu erreichen.

Nach hundert Jahren Vereinsgeschichte wird dem FC. St. Pauli nun ein filmisches Denkmal gesetzt.


In Betracht gewaltverbeutelter Fußballfans mag dieser Film den Sinn des Lebens mit sich tragen, aber was ist mit dem Rest der unverblümten Menschheit, die angstverzehrt im Kämmerchen ihrer 1-Raumwohnug in Berlin sitzt und sich dem Hamburger (nennen wir es mal) „Lifestyle“ bis aufs nackte Fleisch ausgeliefert sieht. Hierzulande sehe ich mich beauftragt, diesem Stereotyp die  Laufbahn zu verpassen. Wie funktioniert ein St. Pauli- „Film“ und vorallem wie wirkt er auf andere?

Hier ein Auszug aus der beispielhaften Anleitung einer wohl gemeinten Intention:

Wie bastelt man in Dtl. einen „sozialkritischen“ Kultfilm?

1. Man wähle den Hintergrund eines Fussballvereins, den Latte Machiato trinkende Aktenkoffer für „gefährlich/ chaotisch“ halten.

2. Mische ein paar „Nazi“/“Skins“-Glatzen bei.

3. Platziere einen Protagonisten „mit Migrationshintergrund“, der es unendlich schwer hat, aber es dennoch „schafft“.

4. Mixe ein wenig „Polizeistaat“ hinzu, um die Bösartigkeit des „Schweinesystems“ dem (vermeintlich) dümmsten Zuschauer klar zu machen.

5. Alles in den Mixer, Kunstblut drüber & fertig.

Dabei sein ist Alles!

Forza olé

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2 Gedanken zu “GEGENgerade

  1. Schade, dass der Verein hier mit sovielen Klischees lächerlich gemacht wird. Aber wozu sind den Klischees da, genau, um für den „einfachen“ Menschen bedient zu werden…Sankt Pauli „Zecken“ prügeln sich mit Nazihools und der Staatsgewalt…naja…paßt ja grad zur Stimmung alà „Becherwerfer“…

    …Sankt Pauli ist und bleibt einmalig, da rüttelt der Klischeefilm auch nicht dran…

    Sankt Pauli allèz

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