Kolly Kibber

Oh Liebling
Liebling, die Form zerbrach
Noch in der ersten Nacht
Die Nacht des ersten Lichts
Danach kommt nichts, oder?

Regel No. 1 des Peter Doherty´schen Gesetzes: Es gibt keine Regeln. Und genau das hat er uns gestern bewiesen, als er um 20 Uhr auf der Bühne stand, um ein Video für seinen Song „Kolly Kibber“ aufzuzeichnen und die ersten 50 Fans in der Halle des Huxleys neue Welt überrascht auf ihn trafen. Danach verschwand er klammheimlich, ohne jedwede Szene. Quasi so, als wäre er nie da gewesen.

Doch der Saal füllte sich, das Programm musste weitergehen. Wie es sich eben gehört für Fans, die geduldig vor der Bühne eines Musikers warten, bis der Vorhang geöffnet wird. Er wurde geöffnet und auf die Bühne trat der erste Support und später der zweite, doch darum soll es hier nicht gehen. Sondern vielmehr um die Leichtigkeit des Seins.

21 Uhr – kein Peter. 21:30 Uhr – immer noch nicht. 22 Uhr – trinkende Menschen an der Bar. Die Geduld übt sich, nur ein guter Mann wie Peter Doherty eben nicht. „Wie soll man bei all den vielen Zeitplänen, die man als Musiker hat, überhaupt noch seinen Geist entfalten? Warum muss man immer ad hoc funktionieren?“ Kommt es mir in den Sinn. In all der Zeit, wo man auf jemanden wartet, fängt man entweder an, eine Kugel aus Wut im Bauch zu formen oder man denkt darüber nach, warum man wartet und was es damit auf sich hat. Leider passiert letzteres viel zu selten, denn Zeit ist in unserer heutigen Gesellschaft zu wertvoll geworden. Also quengelt man rum und sagt fiese Sachen zur nächstbesten Person, um dem Ärger möglichst schnell Luft zu machen.

Aber hier ist es heute anders. Wir warten, haben Spaß mit Bier, Zigaretten und Freunden. Heute ist alles egal. Wenn das Peter Doherty´sche Gesetz gilt, kann auch einfach geraucht werden, egal wo. Plötzlich scheppert es hinter der Bühne. Gläser, die zu Boden fallen? Kurz darauf poltern sie auf die Bühne. Peter Doherty und die Puta Madras. Die große Albion Familie. Sie spielen vieles vom neuen Album „Hamburg Demonstrations“, aber auch viele Songs der Babyshambles und Libertines. Vorallem aber, spielen sie „Kolly Kibber“, denn zu dem Song soll ja schließlich ein neues Video entstehen.

Peter Doherty singt, tanzt und geht in seiner Musik völlig auf. Er spielt mit seiner Stimme und auf der Gitarre, die er nach jedem zweiten Song seinem Roadie zuwirft, um eine neue entgegenzunehmen. Noch viel lieber würde er sie wahrscheinlich ins Publikum werfen, so wie alles was ihm in die Hände kommt und materiell ist. All das ist ihm nichts wert, das einzige was zählt ist der Gedanke, der Kopf. Das Haus, mit den vier Wänden, in denen seine Musik entsteht. Und diese ist ehrlich, authentisch und das, was ihn auszeichnet. Der Rest ist nichts.

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Peter Doherty: Urlaub vom Leben

Der Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ des österreichischen Schriftstellers Robert Musil, gilt als einer der einflussreichsten Werke des 20. Jahrhunderts. Darin beschließt der Protagonist Ulrich, Urlaub von seinem Leben zu nehmen. Denn sein Versuch Karriere zu machen, ist ihm bereits zum dritten Mal nicht gelungen. Warum ich dieses Werk anführe? Weil Pete Doherty exakt das gleiche Leben führt. Der einzige minimale Unterschied, der ihm vermutlich selbst noch nicht aufgefallen ist, besteht jedoch darin, dass er bereits Karierre gemacht hat. Und das genau drei Mal. Doch darum geht es eigentlich nicht, sondern vielmehr geht es um den Urlaub vom Leben…

Superstar Pete

Alles auf Anfang. Begonnen hat es einst mit The Libertines, als Peter von seinem Buddy Carl noch Pete genannt wurde. 1996 entfachte sich ihre „Liebe“, die von Musik, über Parties, bis hin zum Drogenkonsum reichte. Als ihr Kracher-Debütalbum „Up The Bracket“ erschien, war die erste Karriere eigentlich auch schon wieder zu Ende. Doch in dieser kurzen Zeit, war Peter ein leuchtender Stern am Himmel, der sein Umfeld komplett aufsaugte.

Die zweite Karriere gelang ihm in seiner Beziehung mit Kate Moss. Sie – Heroin Chic auf ganzer Linie. Er – gezeichnet vom gnadenlosen British Lifestyle. Zusammen – das Traumpaar schlechthin. Doch die Welt stand kurz still, als die Trennung folgte. Das Pärchen lebte seinen Rausch aus, solange es ging. Egal wer ihnen zusah, sie spielten die Hauptrollen in ihrem eigenen Film. Aprospros wann wird dieser eigentlich gedreht?

Wie nun wohl der dritte Punkt der Karriereleiter des Musikers lauten mag? Seht her! Es wird kaum auffallen: Es ist einzig der Name, der ihn nun zum Neustart verhelfen soll. Wahnsinn, PeteR Doherty ist erwachsen geworden. Zwar trägt er lieber Hawaii-Hemd, statt Sacco… aber das kann man ihm aufgrund des Aufenthalts in der Rehab-Klinik in Thailand kaum übel nehmen.

Achterbahn fahren

Abgesehen von sukzessiven Eskapaden, die mit einem Einbruch bei Carl Barat, seinem Leben im Wohnwagen, der Verfassung seines Testaments und der Anklage wegen Drogenkonsums auf offener Straße zu verzeichnen sind, ist es ihm dennoch gelungen, galant den Drahtseilakt zwischen Leben und Tod zu balancieren und letzterem, dem Club 27, dabei sogar noch zu entgehen.

Pete, wann kommen endlich deine Memoiren? Wenn das kein außerordentliches Lebenswerk ist, weiß ich auch nicht weiter. Die Achterbahnfahrt durch die Hölle hat er überlebt, also was kann noch passieren? Musikalisch hat er sich längst etabliert, indem er den größten Einfluss auf die 00er Jahre übte. Und jetzt kommt mir nicht mit Vergleichen zu Oasis! Hoffen wir aber vorest einmal, dass er auf seiner Show am 25.02. im Huxleys Neue Welt tatsächlich anwesend sein wird. Vielleicht sogar clean. Urlaub vom Leben mit Karriere als Ziel. Das klingt nach einem Plan.

Bildungsreise in Venedig

 

Der Detoxurlaub kann beginnen

Kaum hebt der Flieger ab, schießen unsere Finger in die Höhe. Ein netter Steward steht in unmittelbarer Nähe, nimmt uns wahr, scheint jedoch in ein Gespräch mit dem Pechvogel am Notausgang verwickelt zu sein. Sichtlich angestrengt schaut er rüber, woraufhin ich meinem Wink noch etwas mehr Ausdruck verleihe und die Queen mit rotierendem Handgelenk raushängen lassen. Quasi das internationale Zeichen für „God Save The Queen“, weiß doch jeder! Dennoch löst er sich nicht von dem Passagier auf dem Sitz 15A, der inzwischen schon rote Ohren bekommen hat, sondern winkt stattdessen seine kurz vor der Rente stehende Kollegin zu uns herüber. Jetzt also erst recht ein Drink, denke ich mir und warte bis eine in die Jahre gekommene Peggy Bundy im orangefarbenen Kostüm von Easy Jet vor uns steht. Mit einem großen Seufzer bestelle ich Champagner. Entsetzt schaut der Krähenfuß auf die Uhr und sagt, morgens um 8 Uhr sei dieser wohl noch nicht gekühlt an Bord. Eiswürfel?! Lautet meine initiative Frage, die einer Antwort gleich kommt und sie sofort in Bewegung versetzt. First Drink, der Detoxurlaub kann beginnen. Check.

„Mensch, ärgere dich nicht“

Nachdem der Flughafen (namens Marco Polo – für den Lerneffekt) hinter uns liegt und wir mit dem Wassertaxi ins Ghetto schippern, krame ich die Wegbeschreibung zum Apartment und die To Do Liste des Urlaubs hervor. Madonna del Orto heißt unsere Anlegestelle, im Viertel von Canna Regio, welches unweit der Synagoge im Ghetto von Venedig liegt. Schließlich haben wir Bildungsurlaub beantragt, welcher von einem weingeschwängerten Sightseeing begleitet werden soll. Da spricht die Erfahrung aus mir. Somit liegt also ein kurzer Weg von 15 Minuten hinter uns und 3 Aufgaben, die wir uns auf unserer Reise zu erfüllen haben vor uns. Dazu gehört: Das Kaufen einer venezianischen Maske, die einen Tag lang tanzend durch die Stadt getragen werden soll, das Chartern eines Bootes und das Stechen eines Tattoos im Anschluss. Das war natürlich nicht meine Idee, sondern die meiner Begleitung, sonst kann ich ja auch gleich versuchen „Mensch, ärgere dich nicht“ allein zu spielen. Wem das schon gelungen ist, kann mich gern eines besseren belehren. Ich möchte schließlich nichts pauschalisieren.

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Als ich in den Spiegel schaue, sehe ich Berliner Luft

„Never Change A Winning Team“ lautet mein Gedanke abends im Hof des Apartments, während ich unseren Plan im Kopf durchspiele. Wir haben nämlich schon viele Challenges auf uns genommen. So viele, dass wir uns irgendwann nicht mehr bei normalen Namen, sondern nur noch Kati Inkontinenzia und Matti Mc Lovin genannt haben. Aus Gründen. Doch nun suchen wir neue Herausforderungen und beginnen an Tag 1 mit Challenge No. 1, logisch. Morgens um 7 Uhr tritt mich das Ungetüm Matti, nachdem wir erst um 3 Uhr morgens (also ein paar Stunden zuvor) nach erfolgreicher Weinprobe in der Nachbarschaft in unserer Zimmer gekarrt worden sind, erneut aus dem Bett. Schlaraffenland sieht anders aus, doch was soll´s: Kopf hoch, Beine raus und Dusche an. Als ich in den Spiegel schaue, sehe ich Berliner Luft. Nach längerem Nachdenken über die Assoziation mit der Berliner Luft, die mir tatsächlich etwas ins Gesicht geschrieben steht, wird mir bewusst, dass wir den deutschen Duty Free nicht ganz ohne Mitbringsel verlassen haben. Die Flasche ist halb leer (bin ich jetzt Alkoholiker wenn ich halb leer sage?) und mir blitzen Sequenzen von letzter Nacht vor Augen auf, als Matti Berliner Luft statt Zahnpasta vorm zu Bett gehen nutze.

Von Masken und Gondeln

Mit einer halben Olive im Magen und Google Street View in der Hosentasche verlassen wir gewappnet das Haus und begeben uns in die Stadt. Immer den Kanal entlang, lautet unsere Devise und schon bald befinden wir uns in einem lokalen Maskenladen, der traditioneller nicht sein könnte. Wir zögern nicht lange und stehen 5 Minuten später mit einer Katzen- und einer Pantalone-Maske geschmückt wieder in der Gasse und fragen den nächsten Italiener oder zumindest italienisch aussehenden Menschen nach einer „Gondel-Station“. In 10 Minuten legt die nächste ab, doch 10 Minuten sind es dorthin, erklärt er uns langatmig und wir rennen schon los, während er noch Worte wie „Seid vorsichtig“ hinter uns her brüllt. Später finden wir heraus, dass Touristen zwar angesehen und gern durch den Kanal bei einer Spende von 100 Euro begleitet werden, doch wir mit den Masken die Gondel nicht betreten dürfen. Also lässt uns der werte Herr im Matrosen-Outfit zurück und fährt grinsend mit einer Vorzeige-Familie davon. Dumm gelaufen. Die nächste Frage lautet also konsequenterweise: Wo ist die nächste Bar?

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Nachts sind alle Katzen grau

5 Gläser Wein und 3 Aperol Spritz später, stehen wir vorm nächsten Boot. Wer braucht schon Gondeln im chinesischen 0815-Stil, wenn er ein Motorboot á la Venice Beach haben kann. Wir! Inzwischen ist es dunkel geworden und nicht umsonst sind nachts alle Katzen grau. Also machen wir uns auf den Weg zu den umliegenden Booten vor unserer Haustür und gabeln dort volltrunken die Italiener auf. In beiderseitigem Einvernehmen mit Alkohol, scheint das jedenfalls kein Problem mehr zu sein. Da funktioniert sogar ein offensichtlich hilfloses, aber dennoch amüsantes Gespräch mit Worten wie Bibedibabedibu und passenden Gesten. Plötzlich haben wir das Boot unter unseren Füßen und die Nachbarschaft im Rücken. Wir sind blau und haben keinen Cent mehr. Doch Giovanni lässt sich nicht lumpen und will dann wenigstens noch einen Wein mit uns trinken. Ok, das kriegen wir hin. Gerade so.

Rechts eine Schere, links ein Weinglas

Am nächsten Morgen erwachen wir gelähmt im Apartment. Zwar auf den Stühlen versackt in unserem Hof, aber immerhin lebend. Auf dem Tisch entdecken wir etliche Notizen mit italienischen Grußformeln und vielen Nummern. Wir hatten wohl einen guten Lauf, besonders Mc Lovin klopft sich wohl verdient auf die Schulter. Doch nach mehrmaligem Studieren wird uns bewusst, es sind gar keine Nummern von gestrigen Bekanntschaften, sondern die von Tatöwierläden, die sich für unseren Besuch bedanken. Panikartig rennen wir ins Badezimmer und untersuchen uns gegenseitig auf schwarze Tinte. Und da ist es plötzlich, auf Mattis Handflächen. Rechts eine Schere, links ein Weinglas. Es ist passiert. Plötzlich klingelt es und herein kommen zwei Trinkfreunde der letzten Nacht. Ein Pärchen, welches vor Lachen schon fast im Türrahmen kollabiert. Sie ziehen zwei Schablonen von Abziehbildern hervor, worauf einst die Tattoos klebten. Erleichert fällt Matti im Stuhl zurück und gießt uns Wein ins Glas und fängt ebenfalls an zu lachen und spricht endlich die Erkenntnis des gesamten Urlaubs aus: Das A in Venedig steht für Alkohol. Soviel ist klar und unsere To Do List haben wir ja irgendwie auch erfüllt. Oder nicht?

 

Beyoncé: Sprengt das Internet, auch ohne Hintern!

Sie hat es wieder getan. Wie fast nicht anders zu erwarten, hat Beyoncé Samstagnacht ihr Album gedroppt und das hat im Netz eingeschlagen wie eine Bombe. Wofür Kim Kardashian ihren Hintern präsentiert, braucht Queen B nur kurz ihren Hinterkopf in die Kamera zu halten.

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One Warm Winter: Helft mit und feiert dabei!

„Das Leben ist kein U-Bahnhof“ – dieser Slogan ist inzwischen weit verbreitet unter Crews und Cliquen und das nicht ohnehin. Die gemeinnützige Organisation One Warm Winter geht bereits zum sechsten Mal an den Start und setzt sich mit prominenten Aktivisten wie Palina, Marteria oder MC Fitti für Obdachlose im Winter in Form von Spendenaktionen ein. Doch dabei geht es nicht nur darum jede Menge Knete zu sammeln, sondern auch Courage zu zeigen und die Augen auf der Straße aufzumachen.

Home Street Home

In erster Linie geht es bei One Warm Winter darum aufzuklären. Niemand möchte den Moralapostel spielen und darüber walten, was jeher zu tun hat. Vielmehr verzichten die Köpfe hinter OWW auf das Konzept großer Geldspende, stattdessen sollen einfache Lösungswege für alle Bürger transparent gestaltet werden, um die Akzeptanz von obdachlosen Menschen in unsere Gesellschaft zu erhöhen und sie vielleicht sogar ein Stück weit zu integrieren.

Um möglichst viele Leute zu erreichen, arbeitet die Organisation mit prominenter Unterstützung von Palina Rojinski, Marteria, Prinz Pi oder auch Joko & Klaas zusammen. Sogar MC Fitti ist dabei und wirbt ganz in seinem Stil für „Helfies statt Selfies“. Die erste Reihe geht mit gutem Beispiel für die Sammlung winterlicher Kleidung voran.

Party für den guten Swag

Auch wenn Geld nicht im hochtrabenden Fokus stehen soll, dürft ihr euch dennoch engagieren und alles von 1 bis 30 Euro spenden, um somit nicht nur frierenden Obdachlosen, sondern auch fröstelnden Flüchtlingen zu helfen. Die 30 Euro entsprechen hierbei nur symbolisch dem Wert einer Winterjacke.

Wenn ihr nicht spenden könnt, aber trotzdem was Gutes tun wollt, sei euch die Party mit dem gleichnamigen Motto One Warm Winter am 04. Februar im Berliner Club Prince Charles ans Herz gelegt. Veranstaltet wird die Party unter anderem von MVSCHI KRZBRG, Mit Vergnügen und EasyDoesIt. Für den guten Swag darf man auf dem Floor auch mal Hemd und Hose runterlassen. Ok? Ok!

Lemmy Kilmister: Eine Hommage

Um drei Uhr morgens ereilte mich die schockierende Nachricht: Lemmy ist tot. Nicht nur ein Stück, sondern der Mann der Heavy Metal zur Legende gemacht hat, geht plötzlich von uns. Zwei Tage nachdem ein unheilbarer Krebs bei Lemmy Kilmister diagnostiziert wurde, sollte es vorbei sein. Vier Tage nachdem der Sänger und Gitarrist von Motörhead 70 Jahre alt geworden ist. Continue reading „Lemmy Kilmister: Eine Hommage“

„Kevin allein zu Haus“ oder „Halloween 25 Jahre später“

Wir alle kennen ihn, er war der Held unserer Kindheit. Der Junge, welcher an Weihnachten von seiner Familie vergessen und stattdessen von Einbrechern gejagt wird. Als einfallsreicher und liebenswürdiger Bursche schafft es Kevin die Zuschauer, ob groß oder klein, jedes Mal aufs Neue in seinen Bann zu ziehen. Nun, 25 Jahre später, kehrt Macaulay Culkin noch einmal als Kevin McCallister zurück. Continue reading „„Kevin allein zu Haus“ oder „Halloween 25 Jahre später““