7 Tage Fashionweek im Nervenkostüm

Die Winteredition der Fashionweek in Berlin war diesmal fabulöses Trendtheater statt Modemesse, bei der scheinbar jeder dazu aufgerufen war, seinen Lifestyle auf der Bühne zu präsentieren. Schon am Sonntag ging es mit der Opening Party der Dandy Diary-Blogger exzessiv einher und die einst aufgekommene Stimmung mochte bis Samstag zur Closing Party einfach nicht abreißen. Aufgrund dieser Vielzahl modischer Ereignisse haben wir die Fashionweek einmal im Wochenrückblick für euch zusammengefasst.

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Sonntag

Den Modetanz gaben zwei Herren frei, die schon fast legendär für ihre stilsicheren Events im Rahmen der Fashionweek sind. Eröffnet wurde diese von DANDY DIARY in der Möckernstraße 120 unter dem Motto „Winter of Love“, bei der nicht nur der Hippie-Opa Rainer Langhans, sondern auch Gäste mit „Schlangenleder und Schafsfellen, Achselhaaren und fetten Schnauzern, Schlaghosen und Fransenlederjacken, indischen Mantra-Gesängen und Psychedelic-Rock, Patchouli und verbranntem weißen Salbei, sowie Psylos, Opium und LSD“ geladen wurden. Folglich ging die Fashionweek für drei Modemädchen aufgrund von K.O.-Tropfen im Getränk später im Krankenhaus weiter. Schade nur, dass Rainer Langhans nicht die Rolle des Medizinmanns übernehmen konnte, um wiederholt zur revolutionären Ikone zu werden…dafür wiederum haben es Dandy Diary nun endgültig in die Headlines geschafft.

Montag

Die britische Designerin CHARLOTTE RONSON durfte den grauen Modemontag mit ihrer Sommer-Kollektion eröffnen. Doch gelang ihr damit nicht nur saisonbedingt ein Griff in die falsche Schublade, sondern auch thematisch waren die Flowerprints und Pastelltöne eher gähnend langweilig als brisant. Dank ihres erfolgreichen Bruders Mark Ronson, welcher als Produzent ordentlich in der deutlich hörbaren Erfolgsbranche mit musikalischem Entertainment punkten konnte, gelang ihr allerdings auch hierzulande eine halbwegs gute Landung.

Dienstag

Die nächste große Szene-Party HOUSE OF VANS folgte schon zu Beginn der Woche, die wenn auch nur bis um 4 Uhr nachts angesetzt, nicht weniger anstrengend und schlaftrunken mit Beginn des nächsten Tages verlief. Für uns stand fest, wir haben Bändchen, werden kurz anstehen, später ein paar Bier reinstellen und nette Fotos schießen. Doch verlief dieser Abend mit 2 Stunden Schlange, 1 Stunde Party und unzähligen überflüssigen Modemenschen, nicht ganz so wie gewünscht. Die Parties, die den größten Run auf sich haben, fühlen sich meist nach 3 Bier auch nicht wärmer an. Trotz toller Location in der Neuen Heimat.

Mittwoch

Als mein absoluter Favorit stellte sich, wie bislang, auch dieses Mal wieder die BRIGHT heraus. Die berühmte Skatermesse, auf der es locker redend mit Bier und Brett zugeht, bietet einfach immer eine gute Angelegenheit, um Kontakte zu neuen oder altbewährten Labels zu knüpfen. Hier gehen die Themen nie aus, obschon vieles im ehemaligen Kaufhaus Jandorf einen schnell eingebürgerten Flair vermittelt, ist es vielleicht gerade das Etwas, wodurch die Bright statt Catwalk zum gemütlichen Wohnzimmer wird. An einem halb perplexen Tag wie diesem (siehe Nachtgeschehen zuvor), war dass ohnehin die perfekte Option für uns.

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Donnerstag

Auch die Arena in Treptow öffnete dieses Mal ihre Pforten, um sich in einem ganz anderen Licht zu zeigen, als bisher. Mit neuem Look im avantgardistischen Backsteinstil und minimalistischem Ambiente konnte die SEEK recht viele Einkäufer und Besucher anziehen. Der Charme des basisorientierten Causal-Looks dieser Messe hat entsprechende Labels bewusst hervorgehoben und alles in allem ein interessantes Gefüge kombiniert. Free Gin Tonics waren dann doch nicht drin (zumindest für uns), dafür aber ein virtueller Ritt als Beifahrer eines Rennfahrers auf einer Fullspeedstrecke.

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Freitag

Einen nahezu prüden und eingestaubten Eindruck hinterlässt die PREMIUM bei mir. Die etwas heruntergekommenen türkisfarbenen Begrüßungsteppiche, woneben das Werbeplakat mit großen Kristallen im Rahmen der Messe prunkt, wirken deplatziert und nicht einmal einladend an diesem Platz. Die vielen Hallen zwingen zu chaotischen Routen und suggerieren das Gefühl von Sprödheit. Auf die Frage hin, ob es noch Promobeutel oder Magazine gäbe, kommt nur die Antwort einer dezent minimalen Auflage, die anscheinend in der Planung keine Besucher berücksichtigt hat. Aber nun gut, vielleicht ist es auch nur der verregnete Tag, der einem die Mode in und um den Hallen nicht nahe legen mag.

Samstag

Über die Closing Party erfuhr ich durch die Arbeit in meiner Agentur, indem wir zu dem Event geladen wurden. Gut und nett, aber als ich las, dass diese dann im Felix ihren krönenden Abschluss finden sollte, verging mir dann doch ein wenig die Motivation. Über diese Party ist daher nicht viel zu sagen, falls das jemand anders empfinden sollte, sei dazu aufgerufen die Fashionweek an dieser Stelle aufzuwerten oder dem Trendtheater ein paar neue Züge zu verleihen. Denn vielleicht ist es genau das, was diese Messe gerade braucht. Neue Züge, bei denen es heißt: Hey Botox, bitte bleib beim nächsten Mal doch einfach zu Hause.

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